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100 Jahre Pfälzischer Jagdgebrauchshundverein


zusammengestellt vom Jubiläumsausschuss des Pfälzischen
aus der Festschrift zum 100 Geburtstag des Pfälzischen JGV


I. Geschichtlicher Hintergrund

Im Zeitalter des Absolutismus war auch in den pfälzischen Territorien die Jagd - sei es die zeitweise besonders im Herzogtum Zweibrücken und in der Kurpfalz gepflegte Parforcejagd, die „eingestellte“ oder „teutsche Jagd“ bzw. deren aufwendigste Sonderform, die „Wasserjagd“, die Hatz mit großer Hundemeute, aber auch nur die Suche - ein Privileg des jeweiligen Landesherrn. Stets stand derselbe im Zentrum des jagdlichen Geschehens, das ausschließlich seinem Vergnügen und - mittels eines minutiös vorgeschriebenen höfischen Jagdzeremoniells - seiner Selbstdarstellung diente. Deshalb räumte ein Fürst selbst seinem landsässigen Adel in der Regel allenfalls die „niedere Jagd“ und diese nur in einem eng begrenzten Gebiet ein.

An jedem Fürstenhof amtierte als einer der höchsten Hof- und Staatsbeamten ein Obristjägermeister, dem außer der Jagd häufig auch die dieser nachgeordnete Forstverwaltung unterstand. Organisation und Abwicklung der fürstlichen Jagden oblagen der „Hofjaegerei“, die „für den reibungslosen Verlauf der kunstvollen Choreographie von Hunden und Pferden ebenso Sorge zu tragen hatte wie für die ständige Bereitstellung von Wild“ (B. E. Ergert). Zu ihrem Stab gehörten u. a. auch die „Besuchs-“ und „Rüdenknechte“, die für die riesigen Hundemeuten - deren Führung auf der Jagd, Haltung und Zucht - sowie die Überwachung der sogenannten „Hundsaufstockung“ bzw. der „Hundslege“ verantwortlich waren. Letztere wurde gemeinhin den leibeigenen Bauern, in Kurpfalz den Müllern, auferlegt und verpflichtete diese zu Unterbringung und Verpflegung der Jagdhunde außerhalb der Jagdzeit. Als Bedarfsminimum eines Hundes galten dabei 2 Pfund Brot pro Tag - was mehr war als man mancherorts einem leibeigenen Untertan zuzugestehen bereit war. Kranke oder entlaufene Hunde mussten umgehend gemeldet werden. Sowohl bei Diebstahl als auch bei Vernachlässigung eines mit dem fürstlichen Zeichen versehenen Hundes drohten dem Täter bzw. Verantwortlichen unangemessene Arrest- und hohe Geldstrafen. Für einen gemeinen Jagdhund bestimmte beispielsweise die „Juelich- und Bergische Polizey-Ordnung“ von 1761 10 Gulden Strafe. Die Höhe der Strafgelder verweist auf den hohen Wert der Tiere, deren „gerechter Unterhalt“ die eh schon ärmlichen Bauernwirtschaften aufs schwerste belastete. „Hundelege“, unbegrenzte Jagdfronen, brutale Galeeren-, Leib- und Lebensstrafen für oft aus blankem Selbsterhaltungstrieb begangene Wilderei und das hochfahrende, die Bauern verachtende und demütigende Auftreten des fürstlichen Jagdpersonals haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Jägerei während des gesamten 18. Jahrhunderts im Volk verhasst war. Es war daher kein Zufall, dass sich nach dem Übergreifen der Französischen Revolution auf das pfälzische Gebiet die Volkswut zuerst gegen die fürstlichen Jäger gerichtet und die meisten von ihnen zu überstürzter Flucht über den Rhein gezwungen hat.

Im Verlauf der durch die Französische Revolution ausgelösten Kriege - de facto schon durch den Frieden von Campo Formio (1797), de jure erst durch den Frieden von Lunéville (1801) - wurde das linke Rheinufer französisch. Das Gebiet der heutigen Pfalz gehörte danach bis 1814 zum 1796 neu formierten Departement Donnersberg („Département du Mont Tonnerre“) der „republique une et indivisible“ bzw. des napoleonischen Empire. In ihren Dekreten vom 4., 5., 7., 8. und 11. August 1789 hatte die französische Nationalversammlung u.a. erklärt: „Le droit exclusif de la chasse est aboli" (das exklusive Jagdrecht <des Adels> ist abgeschafft) und stattdessen das Jagdrecht mit dem Grundeigentum verbunden. Horrender Missbrauch dieser Verfügung durch die Grundbesitzer, die sogleich ohne Rücksicht auf Setz-, Schon-, Saat- und Erntezeiten die Jagd auf ihrem Besitz auszuüben begannen, drohte bereits im folgenden Jahr in weiten Teilen Frankreichs nicht nur die Wildbestände zu ruinieren, sondern insbesondere auch den Ernteertrag der Landwirtschaft zu gefährden. Um letzteres zu verhindern und dem eingerissenen jagdlichen Chaos zu entgegnen, erließ die Nationalversammlung bereits am 30. April 1790 ein “Gesetz über die Jagd“, dessen Bestimmungen acht Jahre später von dem zum Generalkommissar der eroberten Rheinlande ernannten Elsässer Rudier am 6. Germinal VI (= 26.März 1798) auch im Departement Donnersberg in Kraft gesetzt wurden. Dieses Datum markiert die entscheidende Zäsur in der neuzeitlichen pfälzischen Jagdgeschichte, denn fünfzig Jahre früher als in Bayern und im übrigen rechtsrheinischen Deutschland wurde dadurch auch in unserer Heimat das Jagdrecht an das Eigentum an Grund und Boden gekoppelt. Allerdings folgte im damals adelsfrei gewordenen pfälzischen Gebiet aufgrund dieses Gesetzes dann eine Phase der ,freien Jagd' (1798-1815) in der jeder Grundeigentümer auf seinem Eigentum jeweils in der Zeit vom l. September bis zum 30. April unbeschränkt die Jagd ausüben konnte, was binnen kurzer Zeit zu einer katastrophalen Dezimierung des Wildbestandes führte. Die neuen „Jagdherren“ - wohlhabende Bürger und Bauern - hatten weder Sinn für die Jagdkultur des ihnen verhassten Adels noch verschwendeten sie einen Gedanken an die Hege des Wildes. Auch der Jagdhundezucht schenkten sie zunächst keinerlei Beachtung. Eine Besserung der jagdlichen Verhältnisse trat erst nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft ein.

Nach dem ersten Pariser Frieden (30.Mai 1814) kam der größte Teil der heutigen Pfalz unter die provisorische Verwaltung der „k&k österreichischen und kgl. bayerischen gemeinschaftlichen Landesadministrationskommission“. Diese erließ aus Worms unterm 21. September 1815 eine auf dem französischen Jagdgesetz von 1790 basierende, in 26 Paragraphen gefasste Verordnung „Die Verwaltung und Ausübung der Jagd betreffend", in der erstmals das heute noch bestehende und bestens bewährte Reviersystem festgeschrieben war. Als das Königreich Bayern, aufgrund des mit Österreich am 14.April 1816 in Ried geschlossenen Staatsvertrags, das bisher von beiden Mächten gemeinschaftlich verwaltete, durch den Zweiten Pariser Frieden (20.November 1815) inzwischen um Landau und dessen Umland vergrößerte Gebiet am 1.Mai 1816 übernahm, verfügte der mit der Verwaltung der vom altbayerischen Staatskern räumlich getrennten, neuen Provinz betraute Hofkommissar, Freiherr Franz Xaver v. Zwackh-Holzhausen, bereits am 11. Juli des gleichen Jahres, dass „die Verordnung vom 21. September 1815 nunmehr auch für alle Cantone des Kreises Landau gesetzliche Kraft habe".

Bis zum Erlass des Reichsjagdgesetzes (1934) bildete diese Verordnung die Grundlage des pfälzischen Jagdrechts. Die konsequente Beachtung ihrer Bestimmungen führte im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einer gesellschaftlichen Aufwertung der Jagd und der Jäger, von der nicht zuletzt auch die Rüdemänner profitierten, die sich nach dem Verlust der Ressourcen aus den hochqualifizierten Jagdhundzuchten des Adels zunächst am englischen Vorbild mit seinen einseitig spezialisierten Jagdhunden orientiert hatten. Unter dem prägenden Einfluss insbesondere von Diezel, Oberländer und Hegewald entwickelte sich nach der Jahrhundertmitte in Deutschland das „moderne“ Jagdgebrauchshundewesen, das waidgerechtes Jagen mit dem brauchbaren Hund vor und nach dem Schuss forderte.

Die wohldurchdachte und nachhaltig wirksame Organisation des Jagdgebrauchshundewesens nahm ihren Anfang. Verschiedene Zuchtrichtungen entstanden und weisen sich heute durch die Palette hochqualifizierter Jagdhunderassen in Deutschland aus. 1891 wurde in Berlin der „Verein für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd“ gegründet und dort gleich die erste Ordnung für Verbandsgebrauchsprüfungen (VGPO) konzipiert, nach der im Herbst 1892 die erste Gebrauchsprüfung in Sonnenwalde stattfand. Das erste Deutsche Gebrauchshundestammbuch (DGStB), von Hegewald begründet, erschien 1897. Der „Verband der Vereine für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd“ (heute „Jagdgebrauchshundeverband“) wurde 1899 in Berlin aus der Taufe gehoben. Gründungsmitglieder waren 11 Jagdgebrauchshund- und Zuchtvereine.


II. Die Anfänge in der Pfalz

Im ausgehenden 19. Jahrhundert verlief in der Pfalz die Entwicklung des „modernen“ Jagdgebrauchshundewesens vergleichsweise zögerlich. Als im Jahre 1904 der Architekt Peter Brückner, als junger Jäger mit dem jagdlichen Gebrauchshund vertraut, vom Roten Main nach Speyer kam, war er über das hiesige Jagdhundewesen sehr enttäuscht. Er warb in der Folgezeit unter den Jägern der Kreisstadt für sein Ideal, den „Vollgebrauchshund“.

Auf sein Betreiben gründeten am 10. Oktober 1908 folgende Männer den

„Verein für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd - Speyer":

Dr. Th. Schmidt Chemiker Speyer 1. Vorsitzender

A.Betzel Hauptmann Speyer 2. Vorsitzender

Peter Brückner Architekt Speyer Schriftführer

Hermann Kiefer Oberlehrer Berghausen Kassier

G. Bäcker Förster Speyer

K Bredel Kaufmann Speyer

F. Gensheimer Jagdhüter Speyer

Gustav Grundhöfer Gastwirt Dudenhofen

Peter Hacker Waffenmeister Speyer

F. Hammerschmitt Jagdaufseher Speyer

F. Heyer Kaufmann Landau

G. Hochbaum Oberjäger Speyer

J. Leininger Berufsjäger Landau

G. Schuberth Oberjäger Speyer

H. Werner Postinspektor Speyer

J. Werner Postinspektor Speyer


Der Verein wurde kurz nach seiner Gründung verstärkt durch eine Gruppe Kaiserslauterer Jäger, die selbst einen Gebrauchshundverein gründen wollten; er trat bereits 1909 dem „Verband der Vereine für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd“ bei.


III. Aufbauarbeit

Durch Vorträge in benachbarten Städten, durch Zeitungsanzeigen und Werbeschreiben wurde für die Sache des Jagdgebrauchshundes und zugleich auch um Mitglieder geworben, deren Zahl binnen Jahresfrist auf rund 60 und bis zum Ersten Weltkrieg auf 100 stieg.

Die Aufbauarbeit war anfangs aufgrund der Rivalität zwischen den „Kurzhaarleuten“, voran Rechtsanwalt Dr. Schnell, Landau, und den „Rauhhaarigen" erschwert. Aber bereits im Jahre 1909 konnte im Frühjahr (wie auch in den Folgejahren) in Speyer die erste „Jugendsuche“ durchgeführt werden, wie sie Oberländer bereits 1897 zur Feststellung der Anlagen des Junghundes in der Feldarbeit und auf der Hasenspur gefordert hatte. 10 Hunde waren erschienen (3 Pudelpointer, 5 Deutsch-Kurzhaar, 2 Stichelhaar), die im Feld, am Raubzeug und im Wasser geprüft wurden. Prüfungslokal war damals der „Wittelsbacher Hof“, ein Lokal, das 15 Jahre später durch das Attentat auf den Separatistenführer Heinz von Orbis eine gewisse Berühmtheit erlangen sollte. Ein ausführlicher Bericht über diese Prüfung findet sich in Nr. 10 der Zeitschrift „Unser Jagdhund“ vom 4. Juli 1909.

Die erste „Prüfung für Gebrauchshunde“ - ebenfalls in Speyer durchgeführt - folgte im Herbst 1909; danach konnten die ersten 8 durch den Verein geprüften Hunde in das Deutsche Gebrauchshunde-Stammbuch (DGStB) eingetragen werden.

Bei der „Prüfung für Gebrauchshunde“ (heute Verbandsgebrauchsprüfung - VGP) prüfte man die Fährtenarbeit teils noch auf der Führerfährte, die Schweißarbeit nach höchstens einer Stunde Stehzeit, meist in der Freisuche.

Der Speyerer Waffenmeister Peter Hacker führte jedoch seine Hunde schon damals auf der roten Fährte konsequent am Riemen. Zu Recht lehnte er bei der Schweißarbeit die Freisuche entschieden ab. Sie ist Gift für eine sorgfältige, sichere Riemenarbeit. Er arbeitete seine Hunde bereits auf der Übernachtfährte ein! Hacker zählt - wie Oberjäger Schuberth aus Speyer (mit 19 ins DGStB gebrachten Hunden) und die Berufsjäger Hochbaum und Leininger - zu den erfolgreichsten Abrichtern und Führern jener Zeit.


IV. Die Arbeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg

Im Jahre 1911 trat eine Änderung in der Vereinsführung ein: Kommerzienrat H. Wellensiek, Speyer, wurde zum 1. Vorsitzenden und Eisenbahninspektor Fritz Völker, Speyer, zum Schriftführer gewählt. Schatzmeister blieb Oberlehrer Hermann Kiefer (der Großvater des späteren DK-Präsidenten und DK-Weltpräsidenten Claus Kiefer), Schriftführer war von 1913 bis 1914 Rechtsanwalt Georg Feldbausch. Bis 1913 konnten die Vereinsarbeit erfolgreich fortgeführt und Prüfungen abgehalten werden. Während des 1. Weltkrieges (1914-1918) kam dann jegliche Vereinsarbeit zum Erliegen.

Nach Kriegsende bereiteten die französischen Besatzungsbehörden auf allen jagdlichen Gebieten erhebliche Schwierigkeiten. Insbesondere die am 23. Dezember 1920 von der Interalliierten Rheinlandkommission in Koblenz unter dem Vorsitz des Franzosen Paul Tirard erlassene „Verordnung Nr.67 betreffend Jagd, Beförderung von Waffen, Munition und Kriegsgerät“ machte den pfälzischen Jägern die Jagdausübung und das Waffentragen nahezu unmöglich. Aber noch ehe die Jäger wieder Waffen tragen durften, regten sich unsere Rüdemänner. Da die Durchführung der Prüfungen, insbesondere der VGP, immer schwieriger wurde, und um die jagdlichen Belange besser fördern zu können, vereinigten sich bereits 1920 der „Speyerer Verein“ mit „Hubertus Südwest“, Ludwigshafen zum „Gebrauchshundverein Pfalz“ (Vorsitzender Wellensiek, Schriftführer Völker, Schatzmeister nun Baumeister Peter Brückner), der mit 109 Mitgliedern gleichzeitig in den Verband eintrat. 1921 schlossen sich der Pfälzische Jagdschutzverein Neustadt, der Teckelclub Neustadt, der Südwestdeutsche Klub Deutsch Kurzhaar (DK), Mannheim, und unser „Gebrauchshundverein Pfalz“ zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, wobei zunächst jeder Verein seine Selbstständigkeil behielt. Die Prüfungen wurden jedoch gemeinsam abgehalten, ein Verein jeweils mit der Ausrichtung betraut.

Besonders schwierig wurde es für den Verein bzw. für die Arbeitsgemeinschaft im Inflationsjahr 1923. Auf den Einmarsch der Franzosen und Belgier ins Ruhrgebiet - wodurch Poincaré seine sogenannte ,Pfänderpolitik' durchsetzen wollte – reagierte die Reichsregierung mit dem Aufruf der Bevölkerung zum passiven Widerstand, an dem sich u.a. fast alle Eisenbahnbeamten und –arbeiter beteiligten – auch Schriftführer Fritz Völker, der deshalb vorübergehend verhaftet wurde. Der 1. Vorsitzende Wellensiek zog nach seiner Ausweisung nach München. In dieser Lage übernahm 1924 Oberregierungsrat Mattern aus Speyer den 1.Vorsitz, Hermann Kiefer wieder das Amt des Schatzmeisters, bis im Jahre 1925 die Eingliederung unseres Vereins in den „Pfälzischen Jagdschutzverein“ erfolgte.

Der von Mattern und Völker in diesem Zusammenhang erlassene Aufruf ist ein deutlicher Beweis für den Willen der Rüdemänner zum Schulterschluss mit der allgemeinen Jägerschaft:

„An die Mitglieder des ehemaligen Gebrauchshundevereins Pfalz, Sitz Speyer.

Durch einstimmigen Beschluß der gemäß § 9 Abs. 2 der Satzungen auf den 2. August 1925 nach Johanniskreuz einberufenen Hauptversammlung wurde die Auflösung des „Gebrauchshundvereins Pfalz“ bzw. dessen Eingliederung in den „Pfälzischen Jagdschutzverein“ beschlossen, nachdem dieser durch Satzungsänderung die Pflege und Förderung der bisher vom Jagdgebrauchshundverein durchgeführten Aufgaben in vollem Umfang übernommen hat. Wir ersuchen unsere Mitglieder sich nunmehr mit der gleichen Hingabe und Arbeitsfreude in den Dienst des Pfälz. Jagdschutzvereins zu stellen und insbesondere die Beiträge künftig an diesen in den jeweils festgesetzten Beträgen abzuführen. Durch den Zusammenschluß kann neben anderem auch die Gebrauchshundesache nur gewinnen, denn „Einigkeit macht stark“.

Speyer, den 5. November 1925

Der ehem. 1. Vorsitzende Mattern - Der Schriftführer Völker“
(entnommen der von Heinz Müller, NW, 1978 anlässlich der vor 100 Jahren erfolgten Gründung des Pfälzischen Jagdschutzvereins herausgegebenen Dokumentation)


Mattern scheint auch im Jagdschutzverein segensreich gewirkt zu haben, denn 1934 wurde er in den letzten Mitteilungen des Pfälzischen Jagdschutzvereins vom damaligen 1. Vorstand, Fabrikdirektor Feldmüller, Kaiserslautern, posthum als „leider zu früh verstorbener Freund“ und Initiator der seit 1925 herausgegebenen Mitteilungsblätter geehrt.

Mit 1076 Mitgliedern trat der Pfälzische Jagdschutzverein 1926 dem Verband bei. Er hatte seinen Sitz in Kaiserslautern, der Vorstand bestand aus dem Vorsitzenden Fabrikdirektor Feldmüller, Kaiserslautern, Schriftführer Staatsanwalt L. Obée, Kaiserslautern und Schatzmeister Weingutsbesitzer Hermann Biebel, Forst bei Deidesheim.

Im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik von „oben“ wurde 1933 eine Einheitsorganisation des Deutschen Hundewesens unter autoritärer Führung befohlen und daraufhin der „Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (R.D.H.)“ gegründet. Mit dem Reichsjagdgesetz von 1934 ist das Jagdgebrauchshundewesen insgesamt zunächst der zentralen Führung des R.D.H. unterstellt worden. Der Pfälzische Jagdschutzverein wurde zuletzt 1934 (DGStB-Band 32, S. 70) im Verzeichnis der zur „Fachschaft Jagdgebrauchshundewesen im R. D. H.“ gehörenden Vereine genannt - und dann aufgelöst.

Seine Aufgaben übernahm die damals „freudigen Herzens“ begrüßte „Deutsche Jägerschaft“ unter Reichsjägermeister Hermann Göring.

Im Jahre 1937 betrieb der spätere Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des Verbandes, Friedrich Ostermann, als Referatsleiter im Reichsjagdamt erfolgreich die Ausgliederung des Verbandes aus dem R.D.H. Seither führt der Verband die Bezeichnung „Jagdgebrauchshundverband (JGHV)“ und durfte, in der Nachfolge des „Verbandes der Vereine für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd“ als selbständige Organisation etabliert, dem „Reichsbund Deutsche Jägerschaft“ angeschlossen werden. In den Jahren bis zum II. Weltkrieg nahmen sich ganz besonders die Ehrenmitglieder Peter Brückner und Karl Sutter, Vollmersweiler, des Jagdgebrauchshundewesens an. Die Vorstandsmitglieder Brauereidirektor Schwarz und Fabrikdirektor Steiner unterstützten den Verein tatkräftig und finanziell bei der Ausrichtung der Jagdhundeprüfungen in der diesbezüglichen Hochburg des Vereins, in Speyer. Besonders erfolgreich als Züchter, Abrichter und Führer war Oberlehrer Fritz Theiß aus Ilbesheim. Aus seinem DD-Zwinger „vom Wetterberg" brachte er 5 Hunde jeweils mit einem 1. Preis in das DGStB und erhielt als erstes Mitglied des Pfälzischen Jagdgebrauchshundvereins für seine Verdienste als Züchter die Plakette des Verbandes.


Wenn auch der „Gebrauchshundverein Pfalz“ seit 1925 formal nicht mehr als eigenständiger Verein bestand, haben offensichtlich dennoch vor allem die Herren Mattern und Völker de facto ihre bis dahin erfüllten Aufgaben im Raume Speyer weitergeführt. Eine gewisse Eigenständigkeit pflegten die Speyerer Jagdgebrauchshundeleute jedenfalls bis etwa 1937.

In diesem Jahr wurde der „Jagdgebrauchshundverein Saarpfalz“ - unter Einbeziehung des „Saarvereins“, dessen Tradition in den wenigen Folgejahren das Vereinsleben stark bestimmte - mit Sitz in Neustadt a. d. Wstr. gegründet (s. DGStB-Band 36, S. 140), der den Bereich unseres Vereins mit einschloss. Obmann: Hans Bonnet, Landesbauernführer, Bad Dürkheim, Schriftführer: Kaufmann Johannes Scheid, Neustadt a. d. Weinstraße, Schatzmeister: Kreisjagdmeister Jakob, Ludwigshafen a. Rhein. Mitgliederzahl: 1004.

Das Prüfungsgeschehen fand nun überwiegend im Saarland (Tradition des Saarvereins) statt, 1943 wurde die letzte VGP in St. Ingbert durchgeführt. Letztmalig fand der „Jagdgebrauchshundeverein Saarpfalz e. V.“ 1944 im DGStB-Band 42 Erwähnung.


V. Zusammenbruch und Wiederbeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges kam die Vereinsarbeit vollständig zum Erliegen. Eine ungesäumte Wiederaufnahme nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes war 1945 jedoch unmöglich, da die Siegermächte in ihren Besatzungszonen zunächst kategorisch jede Vereinstätigkeit verboten. In der französischen Zone blieben die deutschen Jäger bis weit in das Jahr 1946 hinein rechtlos und selbstverständlich von jeglicher Jagdausübung ausgeschlossen. Ihre Jagdwaffen hatten sie abzuliefern; unerlaubter Waffenbesitz wurde schwer bestraft. Ihre wertvollen Jagdhunde und Beizvögel galten nicht nur jagdinteressierten Besatzungsangehörigen lange Zeit als begehrte „Requisitionsartikel“. Wie nach dem Ersten Weltkrieg wurden ihre Reviere durch französische Soldaten, bewaffnete Banden von „displaced persons“ und aus Hunger und Not zu Wilderern gewordene Landsleute auch 1945/46 wieder rücksichtslos strapaziert. (In diesem Zusammenhang muss aber fairerweise darauf hingewiesen werden, dass das Wildern schon seit dem Kriegsjahr 1941 deutlich zugenommen hatte, da aufgrund der ständig steigenden Einberufungen zur Wehrmacht, zur Waffen-SS und zuletzt zum Volkssturm Jagd- und Forstschutz nicht mehr in dem erforderlichen Umfange gewährleistet waren.)

Doch im Gegensatz zur Besatzungszeit 1918-1930 währte dieser unhaltbare Zustand diesmal nicht allzu lange. Der Militärgouverneur der französischen Zone, General Hettier de Boislambert - ein passionierter Waidmann, der als Mitglied der französischen Delegation 1937 die Jagdausstellung in Berlin besucht hatte und das deutsche Jagdwesen hoch schätzte- suchte als gewählter Präsident des „Conseil International de la Chasse“ schon bald das Gespräch mit deutschen Jagdgenossen. In Hans Gussone, dem ersten Leiter der neu errichteten Forst- und Jagdverwaltung des 1946 durch General Pierre Koenig geschaffenen Landes Rheinland-Pfalz, fand er einen kongenialen Partner. Nicht zuletzt auf dessen Rat hin erklärte Boislambert 1947 die jagdlich besten Gebiete in Hunsrück, Eifel und Pfälzerwald zu „Jagdreservaten", in denen fortan Besatzungsmitglieder, gleich welchen Ranges, nur noch mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis jagen durften. Dadurch wurde in diesen „grünen Inseln“ de facto die Erhaltung eines Grundbestandes aller Wildarten möglich, die für einen späteren Wiederaufbau der Bestände unabdingbar war. Darüber hinaus setzte Boislambert auf Drängen Gussones unter Androhung harter Strafen durch, dass auch außerhalb der „Jagdreservate“ wenigstens die Jagd- und Schonzeiten eingehalten wurden. Beider Initiative verdankten auch die 1947 zur Eindämmung der Wildschweinplage in jedem Landkreis aus deutschen Jägern gebildeten „Jagdkommandos“ ihr Entstehen. Jede Woche hatten diese jeweils aus 10-14 rheinland-pfälzischen Jägern bestehenden Kommandos in ihrem Landkreis zwei Treibjagden durchzuführen, deren Leitung stets in deutscher Hand lag, auch wenn - was erwünscht, aber nicht Bedingung war - französische Militärpersonen teilnahmen. Jeweils für die Dauer einer Jagd überließ die Besatzungsmacht den deutschen Jägern Waffen. Im Jagdtagebuch des Hinterweidenthaler Forstmeisters Alfred Mainberger findet sich dazu der aufschlussreiche Vermerk „....geschossen wurde mit miserablen englischen Militärgewehren aus dem 1. Weltkrieg, die die Franzosen zur Verfügung stellten, und einem deutschen Karabiner, für den Commandant Kleinmann, Pirmasens, mir einen Waffenpaß ausstellte“. Im Zuge der gemeinsamen „Sauenbekämpfung“ lockerte Boislambert bald das bislang streng gehandhabte Waffenverbot und erlaubte den Mitgliedern der Jagdkommandos schließlich sogar augenzwinkernd „noch vorhandene" eigene Waffen zu führen. Bei diesen Treibjagden wurden jedoch nicht nur die Sauen „bekriegt“; vielmehr schossen die Jagdkommandos auf alles vorkommende jagdbare Wild und leisteten damit einen nicht unerheblichen Beitrag zur Verbesserung der insbesondere in den „Hungerjahren“ 1946/47 äußerst angespannten Ernährungssituation. Der größte Teil der jeweiligen Tagesstrecke wurde den Gemeinden, Krankenhäusern oder Kindergärten überlassen.

Ehrlich bestrebt, die Normalisierung der jagdlichen Verhältnisse zu beschleunigen, forderte der Franzose schon ausgangs 1947 Gussone auf, den Entwurf eines rheinland-pfälzischen Jagdgesetzes zu erstellen und genehmigte das von diesem, Forstmeister Copien und Oberinspektor Frembgen binnen vier Tagen erarbeitete Papier - eine getreue Abschrift des „entnazifizierten“ Reichsjagdgesetzes - mit minimalen Änderungen, die sich insbesondere auf die vorläufige Ausschließung der politisch Belasteten von der Jagdausübung bezogen. Weitaus schwerer als der jagdkundige Boislambert tat sich der rheinland-pfälzische Landtag mit dem Entwurf, so dass das Landesjagdgesetz erst am 6. August 1949 in Kraft treten konnte, immerhin als erstes Landesjagdgesetz überhaupt und noch vor dem Bundesjagdgesetz.. Unmittelbar danach erfolgte die Freigabe von 50% der bis dato von den Franzosen beschlagnahmten Jagdfläche, auf der deutsche Jäger nunmehr nach den Vorschriften des neuen rheinland-pfälzischen Landesjagdgesetzes wieder frei jagen durften.

Die Franzosen behielten sich allerdings noch eine Reihe von Jagdgebieten zur eigenen Nutzung vor. Erst durch eine Vereinbarung der Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit dem Hohen Kommissar der Franzosen, die am 1.Juli 1954 in Kraft trat, wurde die Jagd in der französischen Besatzungszone allgemein freigegeben und die deutsche Jagdhoheit wieder hergestellt.

Im Zuge der vorstehend skizzierten Entwicklung wurde auch die Arbeit der Jagdgebrauchshund- und Zuchtvereine wieder möglich.

Im Jahre 1949 rief der Landauer Schlachthofdirektor Dr. Alfred Arnold (1884-1978) die Jäger und Gebrauchshundeleute der Umgebung in das damalige Landauer Jägerlokal „Im Schlössel" zur Gründungsversammlung des „Pfälzischen Jagdgebrauchshundvereins“, wie er sich nun erstmals nannte, zusammen. Zahlreiche Jäger erschienen und trugen sich als Mitglieder ein. Dr. Arnold wurde zum ersten, Hauptlehrer Rück zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Viele frühere Mitglieder wurden erneut aktiv und standen dem Vorstand mit ihrer reichen Erfahrung zur Seite. Die Prüfungen liefen wieder an. Dr. Arnold gehörte zugleich auch zu den außerordentlich aktiven Initiatoren des Wiederaufbaus der Organisation der Jägerschaft. Natürlich pflegte er in dem Zusammenhang auch die Verbindung zur Landespolitik, wurde Gründungsmitglied des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz (LJV), erster Kreisjagdmeister (1949-1955) und von 1949 bis 1953 zugleich Vorsitzender der damaligen Kreisgruppe Landau; als Vorsitzender der LJV-Bezirksgruppe Pfalz (1953-1962) und 1. Vizepräsident des LJV (1954-1962) erwarb er sich weitere Verdienste um das Jagdwesen in der Pfalz.

Sein Favorit als Jagdgebrauchshund war der Pudelpointer, den er auch züchtete (PP-Zwinger „vom Heidenschuh“). Die Landesgruppe Pfalz im Verein Pudelpointer e.V. führte er als Obmann bis Ende der 50er Jahre, bis Werner Kummler (PP-Zwinger „vom Klingbach“) für 4 Jahrzehnte sein Nachfolger wurde.


VI. „Die Bellheimer Zeit“

Im Jahre 1951 übernahm Brauereidirektor Franz Hage, Bellheim, mit Lehrer Fritz Weick, Bellheim, als Schriftführer und Bankdirektor Friedrich Christian Willand, Speyer, als Schatzmeister die Führung des Vereins.

Dr. Clemens Hodann aus Rohrbach bei Landau, 1952 zum Schriftführer gewählt, legte dieses Amt drei Jahre später (1955) wieder in die Hände von Fritz Weick. Die Neuwahlen am 6. April 1957 bestätigten Franz Hage als 1. Vorsitzenden und Fritz Weick als Schriftführer im Amte. Hinzu kamen Georg Sutter, Bürgermeister in Vollmersweiler, als 2. Vorsitzender und Bezirksdirektor Heinrich Kiefer aus Berghausen, der Friedrich Christian Willand als Schatzmeister ablöste. Die Mitglieder beriefen zudem L.F. Armbruster aus Kaiserslautern, Cornelius Bechtel, Ernst Emich aus Landau, Dr. Clemens Hodann aus Rohrbach, Georg Keller aus Frankenthal, Erwin Laux aus Landau, Paul Obermeyer aus Pirmasens, Otto Rieder aus Ludwigshafen sowie die „Ehrenbeisitzer“ Peter Brückner und Fritz Völker, beide aus Speyer in ein Beisitzer-Gremium.

Eine Vereinssatzung, im Entwurf von Amtsgerichtsrat Dr. Carl Tabel vorgelegt, wurde von der Hauptversammlung beschlossen. Besondere Erwähnung verdient die Vorbereitung für die Errichtung einer Schliefanlage im Bellheimer Wald, die bald danach gebaut wurde.

Der Verein erlebte einen ungewöhnlichen Aufschwung. Durch Vorträge, Werbung, Führerlehrgänge und nicht zuletzt die hervorragend organisierten Verbandsprüfungen stieg die Mitgliederzahl. Aus der Erkenntnis, dass die Zahl der Abrichter und Führer nach dem folgenschweren Krieg zu gering war, um das Gebrauchshundwesen entscheidend zu fördern, beschloss der Vorstand die Einführung von Hundeführerlehrgängen. Der erste Lehrgang dieser Art wurde 1953 unter der Leitung von Fritz Weick durchgeführt. Für seine Verdienste als Abrichter und Führer wurde Fritz Weick, aus dessen Zwinger „vom Gollenstein“ hervorragende Jagdhunde hervorgegangen sind, mit der Plakette des JGHV ausgezeichnet. Seine reichen praktischen Erfahrungen hat er veröffentlicht und in zahlreichen Lehrgängen an die Hundeführer weitergegeben. Durch seinen Einsatz als Schriftführer und durch die Lehrgänge hat er den Verein maßgebend mitgeprägt. Bei der Abhaltung der Lehrgänge standen Fritz Weick eine Anzahl erfahrener Gebrauchshundeleute zur Seite.

Amtsgerichtsrat Dr. Carl Tabel, der aus seiner Mecklenburger Heimat eine große jagdliche und jagdkynologische Erfahrung in seine Wahlheimat Annweiler am Trifels mitbrachte, wurde 1953 als Referent über das Thema „Die Erziehung des Hundes zu einem guten Verlorenbringer" gewonnen; bereits im folgenden Jahr fand eine Verlorenbringerprüfung statt. Das erste Verlorenbringerabzeichen erhielt der 1. Vorsitzende Franz Hage für seinen „Greif vom Gollenstein". In der Folgezeit übernahm Dr. Carl Tabel dann die Leitung der Jagdhunde-Führerlehrgänge. Die in diesen Lehrgängen gesammelten Erfahrungen wurden auch in andere Bundesländer vermittelt. Zugleich wurde dabei eine Reihe von Erkenntnissen über Nasenleistung, Fährtenwille und Durchhaltevermögen auf der künstlichen Rotfährte gesammelt und als konzeptioneller Beitrag in die auf den Weg gebrachte Verbands-Schweißprüfungs-Ordnung (VSwPO) eingearbeitet. Dr. Tabel referierte darüber beim Verbandstag 1956 in Goslar (s. DGStB Bd. 52). Der ersten „Erschwerten Schweißprüfung“ im Pfälzerwald 1956 folgten jährlich weitere bis mit der Verabschiedung der VSwPO ab 1961 die Voraussetzungen für einen Gleichklang im ganzen Bundesgebiet geschaffen wurden. Auch im Ruhestand gehörte Dr. Tabel noch viele Jahre zum erweiterten Vorstand und versah das Amt des Sachbearbeiters für das Richterwesen. Er hat durch sein reiches fachliterarisches Schaffen, aus dem u. a. die Standardwerke „Der Jagdgebrauchshund" und „Der Gebrauchshundjährling" sowie Hunderte von Fachartikeln hervorgingen, sein tatkräftiges Wirken für die Nachwuchsförderung sowie die Richteraus- und -fortbildung und als jagdkynologischer Schriftleiter für „Die Pirsch“ und nicht zuletzt seit 1965 als erster und langjähriger Schriftleiter der Fachzeitschrift „Der Jagdgebrauchshund“ wie kaum eine andere Persönlichkeit unserer Zeit das Jagdgebrauchshundwesen beeinflusst. 1957 leitete er die 28. Hegewald-Zuchtprüfung in Alzey. Für seine Verdienste um das Gebrauchshundwesen und um den Verband verlieh ihm die Verbandsversammlung den Zinnteller mit dem Sperlingshund. 1973 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Aus seinem DD-Zwinger „vom Kanonenturm" gingen viele hochprämierte Hunde hervor. Er erhielt für seine züchterischen Erfolge die bronzene und silberne Ehrennadel des Jagdgebrauchshundeverbandes. Dr. Carl Tabel war eine Führungspersönlichkeit mit herausragenden Fachkenntnissen. Ihm, der bis zu seinem Tod (1993) dem Pfälzischen JGV eng verbunden blieb, ist in hohem Maße der Aufschwung zu verdanken, den das Jagdgebrauchshundewesen nach dem Krieg in unserer Region genommen hat.


VII. „Die Kandeler Zeit“

Die Generalversammlung am 3.6.1969 im Braustübel in Bellheim brachte einen Generationenwechsel in der Vereinsführung:

Franz Hage, der nicht mehr kandidierte, wurde für seine Verdienste um den Verein auf Antrag von Friedrich Christian Willand von der Versammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Nach 12-jähriger Tätigkeil als Schatzmeister stellte auch Bezirksdirektor Heinrich Kiefer, Berghausen, sein Amt zur Verfügung. Neben seiner Tätigkeit als Schatzmeister leitete er lange Zeit den Südwestdeutschen Klub Kurzhaar. Aus seinem DK-Zwinger „von Berghausen“, den sein Sohn Claus Kiefer, langjähriger Vorsitzender des Deutsch-Kurzhaar-Verbandes, fortführte, gingen viele Preisträger hervor.

Zugleich kandidierte auch der verdienstvolle Rektor Fritz Weick nicht mehr als Schriftführer.

Neuer 1. Vorsitzender wurde Walter Krohn, Contwig, 2. Vorsitzender erneut Georg Sutter, Vollmersweiler. Die Geschäftsführung übernahm Heinz Neuner, Forsthaus Langenberg im Bienwald, das Schatzmeisteramt Adolf Louis aus Maximiliansau.

Auf der Jahreshauptversammlung am 20. 4. 1979 in Eppstein folgte Amtsgerichtsrat Erich Ehrgott, Landau, als 2. Vorsitzender dem zwischenzeitlich 78-jährigen Georg Sutter.

„Schorsch“ Sutter kam frühzeitig zur Jagd und zum Jagdgebrauchshundewesen und gehörte in der Pfalz zu den profiliertesten Jägern und Jagdgebrauchshundeleuten. Er verkörperte Sachlichkeit, stets bedachte Ausgewogenheit, Zuverlässigkeit und Geradlinigkeit. Die Wiederbelebung, der Aufstieg und das Ansehen des „Pfälzischen“ nach dem Kriege sind mit seiner Persönlichkeit untrennbar verbunden. Seine besondere Zuwendung galt der Jugend. Jeder junge Mensch, der sich der gemeinsamen Sache verschrieb, fand in ihm einen väterlichen Förderer. So blieb er auch die integrierende Kraft im Verlauf des Generationenwechsels in der Vereinsführung nach 1969. Aus seinem DD-Zwinger „vom Weintor" ging eine Reihe leistungsstarker Hunde hervor.

Auf Initiative seines Nachfolgers Erich Ehrgott erschien 1980 erstmals das Nachrichten-Heft des Vereins, um die Mitglieder jährlich über dessen Arbeit zu informieren und den Kontakt zu ihnen zu intensivieren.

Kein anderer Ausländer hat das Jagdgebrauchshundewesen in Deutschland so stark gefördert und geprägt wie Lenard F. Armbruster . L. F. Armbruster, so zeichnete er alle seine Veröffentlichungen, kam nach Kriegsende als Offizier der US-Army nach Deutschland, lebte einige Jahre bei Bremen, wo er 1948 dem VDD beitrat und seinen Deutsch-Drahthaar-Zwinger "vom Breitenfeld" gründete. Anfang der 50er Jahre übersiedelte er in die Pfalz nach Kaiserslautern und wurde hier Mitglied des Pfälzischen Jagdgebrauchshundvereins. Seine vorbildliche Einstellung zur Jagd und insbesondere zum Jagen mit dem Hunde verschaffte ihm in kurzer Zeit hohe Anerkennung bei den Jägern. So kam er bald als Obmann für das Jagdhundewesen der Jägerorganisation in Kaiserslautern in den Vorstand, wurde in die Jägerprüfungskommission berufen und war als engagierter Mentor bei den von Fritz Weick ins Leben gerufenen Jagdgebrauchshunde-Führerlehrgängen des „Pfälzischen“ sehr erfolgreich. Natürlich wurde er auch bald Verbandsrichter. Für den Verein Deutsch-Drahthaar war er Mitorganisator der 27. Hegewald-Zuchtprüfung 1957 in Alzey und leitete drei Jahre später selbst, wiederum in Alzey, die 31. Hegewald-Zuchtprüfung, wofür er die Goldene Hegewaldnadel erhielt. Als stellvertretender Vorsitzender und Sachbearbeiter für das Richterwesen gehörte er viele Jahre dem Vorstand der VDD-Gruppe Mittelrhein an. Aus seinem Grundverständnis für waidgerechtes Jagen lag ihm die Arbeit des Jagdgebrauchshundes n a c h dem Schuss besonders am Herzen. In dem Bewusstsein, dass einerseits dafür der wesensstabile „Hund der Folge" gezüchtet werden muss, andererseits die Unterordnung gegenüber dem Führer die entscheidende Grundlage der erfolgreichen Zusammenarbeit ist, stiftete er das „Armbruster-Halt-Abzeichen". Dazu muss der frei suchende Hund sich vom gesehenen Hasen auf Befehl abhalten lassen und hernach die Spur dieses Hasen mit ausgeprägtem Spurwillen so ausarbeiten, dass seine Arbeit mindestens mit "gut" bewertet werden kann. Der Jagdgebrauchshundverband hat 1982 auf Antrag des „Pfälzischen“ das „Armbruster-Halt-Abzeichen" als Leistungszeichen übernommen, das bis zum heutigen Tage bei den Hundeführern hoch angesehen und begehrt ist. 1970 kehrte Armbruster in seine Heimat Kalifornien zurück, wo er seinen Lebensabend verbrachte.

Ebenfalls im Jahr 1982 schloss sich der Pfälzische JGV mit der VDD-Gruppe Mittelrhein zur Veranstaltung und Ausrichtung der Verbandsschweißprüfung „Pfälzerwald" zusammen. Zuvor, seit 1956, war die VDD-Gruppe Mittelrhein alleiniger Ausrichter; 1992 kam der Verein für Deutsche Wachtelhunde e.V., Landesgruppe Rheinland-Pfalz/Saarland hinzu. Der Zusammenschluss lag nahe, da die Initiatoren der erschwerten Schweißprüfung „Pfälzerwald" Dr. Tabel, Georg Sutter, Otto Groß, Helmuth Ehrgott und Paul Obermeyer aus Pirmasens gleichzeitig Mitglieder unseres Vereins waren. Paul Obermeyer, der für seine Verdienste um die Verbandsschweißprüfung die Plakette des Verbandes erhielt, leitete diese Prüfung bis 1988. Noch auf seinem Sterbebett hat er die Richtlinien für die von ihm gestiftete Auszeichnung „Der Schweißriemen“ festgelegt.

Als Prüfungsleiter der VSwP „Pfälzerwald“ folgten ihm seither Dr. Walter Eder, Karl-Otto Knecht und gegenwärtig Gerhard Seibel. Klaus Albert war als Forstamtsleiter seit 1977 bis zu seiner Ruhestandsversetzung im Jahr 2006 rd. 30 Jahre lang verdienstvoller „Hausherr“ dieser Traditionsprüfung im Herzen des wildreichen Pfälzerwaldes. Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass führende Persönlichkeiten des Jagdgebrauchshundeverbandes mehrmals Gäste bzw. Teilnehmer dieser Schweißprüfung waren. Aus der vordersten Reihe gehören dazu Aloys Schott † - er führte bereits auf der ersten „Pfälzerwald“ seinen Jagdterrier - , sein Nachfolger als JGHV- Präsident Heinrich Uhde - er kam jeweils als Führer oder Richter vom entfernten Burgdorf - und wiederum dessen Nachfolger als JGHV-Präsident Christoph Frucht. Ausführlich ist über diese Prüfungen 2005 in der Festschrift anlässlich der 50. VSwP „Pfälzerwald“ berichtet worden.

Im Jahr 1989 stellte sich der seit 1969 amtierende 1. Vorsitzende Walter Krohn nicht mehr zur Wahl. Zu seinem Nachfolger wurde Gerhard Albert gewählt, Referatsleiter an der Forstdirektion (Bezirksregierung) Neustadt/Wstr. Nachfolger des 2. Vorsitzenden Erich Ehrgott wurde Dr. Rolf Nolting, Zahnarzt, Annweiler. Heinz Neuner und Adolf Louis blieben in ihrem jeweiligen Amt.

Wenige Wochen vor dem Führungswechsel fand mit Walter Krohn noch eine Zusammenkunft besonderer Art statt. Bei Heinrich Kiefer im Altenheim „Engelsgasse“ zu Speyer kamen am 14. März 1989 noch einmal die fünf ältesten, einst die Vereinsgeschicke leitenden Altvorderen zusammen: Franz Hage (*1897), Heinrich Kiefer (*1897), Georg Sutter (*1901), Dr. Carl Tabel (*1897) und Fritz Weick (*1902), deren Lebensjahre sich auf 450 summierten.

Walter Krohn hat den Verein, der 1969 „nur“ 280 Mitglieder zählte, 20 Jahre lang engagiert und konsequent zum Erfolg geführt. Die Mitgliederwerbung war eines seiner Hauptanliegen. Am Ende seiner Amtszeit zählte der Verein 754 Mitglieder, soviel wie nie mehr zuvor oder bislang danach; er war zeitweise sogar der größte Jagdgebrauchshundverein in Deutschland. Seit 1970 erfüllte Walter Krohn zudem nahezu 30 Jahre lang die Aufgaben des Obmannes für das Jagdgebrauchshundewesen im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz. Vehement trat er für den soliden Jagdgebrauch unserer Hunde ein: „Unsere vorbildlich organisierten Prüfungen haben das Ziel, das beste Hundematerial für Jagd und Jäger herauszustellen. Unsere Prüfungen sind k e i n e sportlichen Veranstaltungen im Ringen um Preise und Punkte.“ In seine Amtszeit als Obmann im LJV fällt auch die Verlagerung der Hundeführer-Grundlehrgänge von den Jagdgebrauchshundvereinen auf die Kreisgruppen des LJV Rheinland-Pfalz. Dadurch wurde das Verständnis der Jägerschaft für das Jagen mit dem Hunde besonders vertieft. Für seine Verdienste wählte die Hauptversammlung des Pfälzischen JGV 1996 Walter Krohn zum Ehrenvorsitzenden.

In seiner Zeit erhielt auch der „Erweiterte Vorstand“ des Vereins eine besondere Qualität, die er bis heute behalten hat. Ihm gehören an: Neben dem Geschäftsführenden Vorstand die Obleute für das Hundewesen der Kreisgruppen im Bezirk Rheinhessen-Pfalz, soweit sie Mitglieder im Pfälzischen JGV sind, sowie vom Vorstand vorgeschlagene, im Jagdgebrauchshundewesen besonders aktive Vereinsmitglieder im Einzugsbereich des Pfälzischen JGV. Dr. Carl Tabel, Edwin Zwick, Claus Kiefer waren einige dieser „besonders aktiven Vereinsmitglieder“, Uwe Tabel ist es bis heute. Viele richtungweisende Beschlüsse wurden in diesem Gremium gefasst und vom Vorstand übernommen.

Edwin Zwick , Kreisjagdmeister in Speyer, war von 1976 bis 2002 als renommierter und außerordentlich sachkundiger Vorsitzender der Stammbuchkommission im JGHV maßgeblich an der Fortentwicklung des Prüfungsordnungswesens des Jagdgebrauchshundverbandes beteiligt. Er war, wie auch Vater und Sohn Tabel, weit über die Vereinsgrenzen hinaus bei vielen Richterfortbildungsveranstaltungen als Moderator gefragt. Sein plötzlicher Tod während des Verbandstages des JGHV 2004 hat eine tiefe Lücke hinterlassen. Als Motor im Jagdgebrauchshundewesen, als vorbildlicher Jäger und nicht zuletzt auch als fröhlicher Mensch in geselligen Runden wird er von allen Rüdemännern vermisst..

Claus Kiefer, Enkel von Hermann Kiefer (Kassier von 1908 bis 1925) und Sohn von Heinrich Kiefer (Schatzmeister 1957 bis1969) war als „Kurzhaarmann“ weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. In den 70-er Jahren übernahm er den Vorsitz des DK–Klubs Südwest, 1978 wurde er Präsident des DK-Verbandes, 1991 erster Präsident des DK-Weltverbandes. Auch für ihn hieß es 2004, nach menschlichem Ermessen viel zu früh, “Jagd vorbei“.

Uwe Tabel führte bereits als 16-Jähriger seinen ersten Hund auf Prüfungen. Von 1970 bis 2005 war er 2. Vorsitzender und Sachbearbeiter für das Richterwesen bei der VDD-Gruppe Mittelrhein, letzteres ist er noch heute. 1975 leitete er die 44. Hegewaldzuchtprüfung in Landau. Die Gruppe hat ihn zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannt. Seit 1983 ist Uwe Tabel im Erweiterten Präsidium des JGHV vertreten, seit den 90-er Jahren als Sprecher der Jagdgebrauchshundvereine.


1995 entschied sich Heinz Neuner, 26 Jahre nach Amtsantritt, die Verantwortung als Geschäftsführer des Vereins in jüngere Hände zu geben. Der verdienstvolle Jagdgebrauchshundemann, ein Jäger im besten Sinne, hatte sein Amt 1969 übernommen. Mit der Souveränität des Könners meisterte er die ihm übertragenen Aufgaben. Er war sofort wieder zur Stelle, als sein damaliger Nachfolger Helmut Friedmann 1984 nach kurzer Amtszeit verstarb. Von 1970 bis 1994 organisierte er in vorbildlicher Weise die Verbandsprüfungen. Tatkräftig wurde er bei der Beschaffung der Prüfungsgewässer zur Durchführung der Herbstzucht- und Verbandsgebrauchsprüfungen von Schatzmeister Adolf Louis unterstützt. Beide haben durch ihre Vorbereitungslehrgänge für HZP und VGP zahlreichen Führern die Voraussetzung geschaffen, ihre Hunde mit Erfolg zu führen. Besondere Verdienste und Anerkennung über unsere Grenzen hinaus erwarb sich Heinz Neuner auch als Geschäftsführer der 44. Hegewaldzuchtprüfung 1975 in Landau. Man kann ihn getrost als den „Motor der Kandeler Zeit“ bezeichnen.

Sein Nachfolger wurde der heutige Geschäftsführer Markus Grehl, Forstbeamter im Bienwald, der routiniert und zuverlässig die umfangreiche Arbeit verrichtet. Darüber hinaus hat er VGP-Vorbereitungslehrgänge geleitet und ist - als Obmann für das Jagdgebrauchshundewesen der LJV-Kreisgruppe Germersheim - bei der Durchführung von Führerlehrgängen sehr engagiert.

Gleichfalls 1995 zog sich auch Dr. Rolf Nolting als 2. Vorsitzender zurück, so dass Jürgen Oswald sein Nachfolger wurde. Rolf Nolting richtete viele Jahre - wie zuvor schon sein Vater, Dr. Walter Nolting - die Bringtreue-Prüfung in seinem Jagdrevier in Annweiler aus, musste jedoch diese Aufgabe aufgrund veränderter Revierverhältnisse an den stellvertretenden Geschäftsführer Helmut Adam in Elmstein abgeben. Zunächst behielt Dr. Nolting aber noch die so wichtige Sachbearbeitung für das Richterwesen in seinen Händen, bis er auch diese Aufgabe im Jahre 2003 an Gerhard Albert übergab.

VIII. Zurück nach Speyer

2003 hat Klaus Lerch, Speyer, die Vereinsführung übernommen, zunächst mit dem alten Vorstand, seit 2006 mit dem neuen 2. Vorsitzenden Dr. Hartmut Laudien, Limburgerhof, der Jürgen Oswald nachgefolgt ist. Dr. Laudien ist daneben sehr aktiver Obmann für das Jagdgebrauchshundewesen der LJV-Kreisgruppe Rheinpfalz (ehem. Ludwigshafen), für die er die jährlichen Hundeführerlehrgänge leitet.

Gerhard Albert kandidierte nicht mehr. Er war seit 1989 ein sehr umsichtiger und engagierter 1. Vorsitzender. In seine Zeit fiel die Auseinandersetzung um die Prüfung an der lebenden Ente (s. u.), was ihn in besonderer Weise in Anspruch nahm. 1995 wurde er zudem Nachfolger von Walter Krohn als Obmann für das Jagdgebrauchshundewesen im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz und schuf das Handbuch für die Jagdhunde-Führerlehrgänge der Kreisgruppen. Auch diese Aufgabe legte er 2006 in die jüngeren Hände von Alois Trapp, dem 1. Vorsitzenden des JGV Westerwald. Seit gut 45 Jahren ist Gerhard Albert passionierter Jäger - und das nie ohne Hund. Rauhhaarteckel, Dachsbracke und zahlreiche Deutsch-Drahthaar waren bzw. sind seine stets selbstausgebildeten, zuverlässigen Partner bei der Jagd. Seit Jahrzehnten begleitet er das Prüfungswesen des JGHV sehr aufmerksam und konstruktiv-kritisch. Dem „Pfälzischen“ bleibt er aktiv verbunden als Sachbearbeiter für das Richterwesens, wobei ihm der Richternachwuchs besonders am Herzen liegt.


2007 wurde Michael Trabold, Hahnhofen, als Nachfolger von Schatzmeister Adolf Louis gewählt, als seine Stellvertreterin bleibt Irene König im Amt.

Forstrevierleiter Adolf Louis war 44 Jahre alt, als er 1969 das Amt des Schatzmeisters übernahm; er hat es 38 Jahre lang in unverwechselbarem Stil ausgeübt und 2007 im Alter von 80 Jahren mit gefüllter Kasse abgegeben. Aber Louis war nicht nur ein ambitionierter Schatzmeister. Bei der 44. Hegewald-Zuchtprüfung 1975 sorgte er als „Wasserobmann“ für die hervorragenden Prüfungsbedingungen der nahezu 200 Prüflinge. Als Züchter des DD-Zwingers „von der Goldkehle“ und Führer vieler guter Jagdhunde genießt er allseitige Anerkennung. Sein kapitaler DD-Zuchtrüde „Astor vom Königstuhl“ war seit den 60er Jahren in jeder guten Ahnentafel zu finden. Über Jahrzehnte führte er mit seinen Vorort-Helfern im südpfälzischen Maximiliansau im Namen des „Pfälzischen“ VGP-Lehrgänge durch; unzählige Führer sind bei ihm in die Lehre gegangen. Adolf Louis war und ist - dem Jagdgebrauchshundewesen und dem Jagen mit dem Hunde mit Leib und Seele verbunden – eine Autorität.

Ohne ordentliche Kassenprüfung ist keine Vereinstätigkeit möglich. Diesen Part haben seit vielen Jahren Günter Maas † und Bernd Schanné übernommen, zwei qualifizierte Ausbilder und Führer von Jagdgebrauchshunden und passionierte Jäger mit dem Hund. Während diese Zeilen niedergeschrieben wurden, erreichte uns die traurige Nachricht, dass Günter Maas an den Folgen einer schweren Krankheit verstorben ist.


IX. Richteraus- und –fortbildung

Seit etwa 50 Jahren hat der Pfälzische Jagdgebrauchshundverein nennenswerte Aktivitäten zur Förderung des Richternachwuchses entwickelt. Vor allem aus den von Dr. Carl Tabel, Fritz Weick und L. F. Armbruster in den 50er und 60er Jahren geleiteten Lehrgängen zur Ausbildung und Führung von Jagdgebrauchshunden hat sich ein sehr qualifizierter Stamm von Verbandsrichtern entwickelt, der in der Folge seinerseits die Ausbildung von Jagdhundeführern und/oder die Förderung des Verbandsrichter-Nachwuchses voran gebracht hat. Genannt seien hier aus jener Zeit Werner Kummler, Adolf Louis, Heinz Müller (Obersülzen), Heinz Neuner, Horst Schneider †, Karl Scholl, Uwe Tabel, Gustav Will †, Karl Woll † Reinhard Zercher †, Fritz Zimmermann † und Edwin Zwick †.

Zunächst initiiert durch die VDD-Gruppe Mittelrhein (1972), trat der „Pfälzische“ sehr rasch der gemeinsamen Durchführung von Richterfortbildungs-Veranstaltungen bei. Es ist sicherlich kein Zufall, dass der Beginn dieser Aktivitäten mit dem Beschluss der Hauptversammlung des Jagdgebrauchshundeverbandes 1972 über die „Richtlinien für das Heranbilden, Ernennen und Fortbilden von Verbandsrichtern“ zusammenfiel. Diese Kooperation, vorübergehend auf Initiative von Helmut Winter (Alzey) durch den Klub Kurzhaar Südwest bereichert, dauert seit mehr als drei Jahrzehnten an und wird als Daueraufgabe verstanden. Von Beginn an wurden und werden dazu die benachbarten Jagdgebrauchshund- und Zuchtvereine eingeladen.

Die Veranstalter haben sich stets bemüht, auch vereinsfremde, kompetente Referenten bzw. Moderatoren für die Fortbildungsveranstaltungen zu gewinnen. Leider ist die Auswahl nach wie vor noch nicht hinreichend groß. Im Durchschnitt nehmen etwa 60 Verbandsrichter und Richteranwärter an der jährlichen Fortbildung im Spätsommer teil. Die relativ große Teilnehmerzahl hat erheblichen Einfluss auf die Art und Weise der Fortbildung; letztere fand bislang nahezu ausschließlich im Saale statt - anhand vorformulierter Fragen aus der Prüfungspraxis bzw. der verabschiedeten Formulierungen aus novellierten Prüfungsordnungs-Bereichen. Aktuelles aus dem JGHV und Beiträge aus der Teilnehmerschaft werden im Referatsstil mit anschließender Diskussion behandelt. Die zweifelsfrei sehr effektive Fortbildung mittels Arbeitsbildern in der Praxis ist nur bei begrenzter Teilnehmerzahl sinnvoll und bleibt deshalb in der Regel kleineren Veranstaltungen vorbehalten.


Die Wichtigkeit jährlicher Richterfortbildungsveranstaltungen ergibt sich einmal schon aus der Tatsache, dass die Richtertätigkeit sich auf wenige Tage im Jahr beschränkt. Zum anderen kann das Prüfungswesen nur funktionieren, wenn sachliche Inhalte und Maßstäbe kompetent und einigermaßen vergleichbar umgesetzt werden - deshalb die jährliche „Auffrischung“ und Mobilisierung des aktuellen Wissenstandes.

Wie oben schon ausgeführt bilden Fragen aus der Prüfungspraxis, Änderungen von Prüfungsordnungen und wichtige, aktuelle Entwicklungen im Jagdgebrauchshundewesen die Schwerpunkte einer solchen Fortbildung. Der Pfälzische Jagdgebrauchshundverein ist für seinen hohen Anspruch und für seine Korrektheit bei der Leistungs- und Anlagebeurteilung von Jagdgebrauchshunden bekannt. Gewiss meidet dieser oder jener Führer deshalb auch hiesige Prüfungen. Andererseits dürfen wir aber mit Genugtuung feststellen, dass aufgrund der Pflege der Qualitätssicherung des Richtens durch die Fortbildungsveranstaltungen Einsprüche bei unseren Prüfungen seit langem kaum vorkommen.

In dem Zusammenhang soll noch kurz auf eine seit mehr als einem Jahrzehnt praktizierte Besonderheit eingegangen werden. Es handelt sich um die o f f e n e Richterbesprechung vor der Prüfung, zu der stets alle Führerinnen, Führer und andere Interessierte als stille Zuhörer im Besprechungsraum eingeladen sind. Ein solches Teilnehmerfeld setzt eine souveräne Besprechungsleitung voraus. Die Richter und Richteranwärter sitzen getrennt von den interessierten Zuhörern zusammen und haben allein das Wort. Die großen Vorteile einer offenen Richterbesprechung liegen darin, dass einmal die Richter dabei zu besonderer Sorgfalt angehalten werden, zum andern die Führerinnen und Führer vorab sachliche Aufklärung erhalten. Beides dient einem ordnungsgemäßen, harmonischen Prüfungsablauf. Die Erfolge bestätigen uns.


X. Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Prüfungsgeschehen

Im Pfälzischen Jagdgebrauchshundverein war und ist der Primat der Jagd die conditio sine qua non. Dementsprechend fanden und finden hier auch alle Jagdhunderassen, deren Leistungszucht sich an den anspruchsvollen Anforderungen des praktischen Jagdbetriebs orientiert, stets weit geöffnete Türen. Im Rückblick ist zu erkennen, dass die Anteile der unterschiedlichen Rassen am Prüfungsgeschehen (VGP) über verschiede Zeitabschnitte hinweg deutlich variieren. Natürlich hängt das auch mit der Zahl der im Einzugsbereich vorhandenen Rassezüchter zusammen. So dominierte zu Beginn der Vereinsgeschichte bis zum II. Weltkrieg eindeutig der Deutsch-Kurzhaar. Der Pudelpointer lag, wenngleich mit deutlichen Abstand, an zweiter Stelle. Vereinzelt wurden der Deutsch-Stichelhaar und der Griffon geführt, während der Deutsch-Drahthaar hier erst in den 20er/30er Jahren langsam aufkam. Das ist insofern bemerkenswert, weil Deutsch-Drahthaar in Deutschland schon in den 20er Jahren den weitaus größten Anteil der DGStB-Eintragungen verbuchte. Die langhaarigen Vorstehhundrassen spielten in der Pfalz zunächst so gut wie keine Rolle.

Die Verhältnisse änderten sich nach dem II. Weltkrieg gravierend. Seither dominiert der Deutsch-Drahthaar. Der Anteil von Deutsch-Kurzhaar an Prüfungen des Pfälzischen Jagdgebrauchshundvereins ging deutlich zurück. Das dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass die benachbarten DK-Klubs engagiert ihre eigenen Verbandsgebrauchsprüfungen durchführen und damit die Mehrzahl der DK-Führer an sich binden. Der Pudelpointer ist erheblich zurückgegangen, was gewiss auch auf den Rückgang der züchterischen Aktivitäten im hiesigen Raum zurückzuführen ist. Demgegenüber hat der Kleine Münsterländer anteilmäßig zugenommen und ist jetzt etwa entsprechend dem PP vertreten. Die übrigen Rassen spielen zahlenmäßig eine nachgeordnete Rolle, tragen aber dennoch zur erfreulich bunten Mischung bei.

Das Verhältnis des „Pfälzischen“ zu den benachbarten Zuchtvereinen war und ist von einer kooperationsbereiten Grundhaltung bestimmt, wenngleich die Intensität der Zusammenarbeit auch von aktuellen Gegebenheiten oder Projekten abhängt. So ergibt sich beispielsweise der Schulterschluss mit der VDD-Gruppe Mittelrhein und dem Verein für Deutsche Wachtelhunde, Landesgruppe Rheinland-Pfalz/Saarland, durch die gemeinsame Durchführung der VSwP „Pfälzerwald“. Bis vor zwei Jahren war der Südwestdeutsche Klub Kurzhaar auch Mitveranstalter des großen, jährlichen Richterfortbildungsseminars. Es wird zudem Wert darauf gelegt, dass Vertreter der einschlägigen Zuchtvereine als Mitglieder des Erweiterten Vorstandes des Pfälzischen JGV mitarbeiten. Nicht zuletzt geht es um die Abstimmung der jährlichen Prüfungstermine.

Es soll hier auch darauf hingewiesen werden, dass dem Pfälzischen Jagdgebrauchshundverein eine Reihe sehr engagierter und erfolgreicher Nachsuchenführer angehören. Dazu zählen u. a. Wilried Drafz aus Minfeld (HS), Hartmut Frohnweiler aus Kapsweyer (HS), Reinhard Scherr aus Elmstein-Iggelbach (BGS), Jörg Tabel aus Fußgönheim (DD) und Stefan Weschler aus Speyer (BGS).

Insgesamt hat der „Pfälzische“ auf seinen Prüfungen bisher ca. 3700 Hunde geprüft (Einzelheiten siehe Statistik!).

Zweifellos waren dabei die großen Jahre des Vereins die 60-er, 70-er und beginnenden 80er Jahre. Zu den Verbandsgebrauchsprüfungen erschienen damals regelmäßig an die 20 Gespanne, 1968, 1973, 1974 (zuletzt dann 1982) mussten die Prüfungen jeweils geteilt werden, um die zulässige Höchstzahl von 20 Hunden einhalten zu können. Es gab Jugendprüfungen mit mehr als 60 Hunden und Herbstzuchtprüfungen, die fast regelmäßig mit 20 bis 30 Hunden beschickt waren. Das war Spitze im Bundesgebiet!

Bezüglich der Herbstzuchtprüfungen gehört der „Pfälzische“ zu den wenigen Vereinen, die ihre Prüfungen ausnahmslos „mit Spur“ ausrichteten und ausrichten.

Mitte der 80-er Jahre begann sich in den bis dato reich bis überreich mit Niederwild besetzten vorderpfälzischen Revieren zunehmend ein Wildmangel bemerkbar zu machen, der - bis heute anhaltend - das Prüfungswesen erschwert und letztlich auch dazu geführt hat, dass heute deutlich weniger Hunde als in den vergangenen Jahrzehnten zu den Prüfungen vorgestellt werden.

Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre kam dann noch ein gravierendes Problem hinzu: Anzeigen, Gerichtsverfahren, behördliche Verbote u.a. wegen der altbewährten Entenarbeit, vorwiegend in einigen nördlich gelegenen Bundesländern. Der „Pfälzische“ führte in dieser Angelegenheit 1999 bis 2001 einen von LJV und JGHV unterstützten – letztendlich leider verlorenen - Musterprozess, über den im nächsten Abschnitt berichtet wird. Seit 1999 kann in Rheinland-Pfalz das Fach „Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer“ nicht mehr geprüft werden. Nachdem einige Bundesländer zwischenzeitlich erlassene Verbote wieder aufgehoben bzw. modifiziert haben, ist heute Rheinland-Pfalz eines von 2 Bundesländern (neben Hessen), in denen dieses für das Zuchtgeschehen so außerordentlich wichtige Prüfungsfach weiterhin verboten ist. Sicher hängt damit auch der seit 1999 zu beobachtende Mitgliederschwund zusammen. Zu hoffen bleibt, dass es bald wieder gelingen möge, zu den früheren Verhältnissen zurückzukehren.


XI. Die Arbeit hinter der lebenden Ente
-eine unendliche Geschichte-

Zu diesem Thema führte Mark G. v. Pückler, Vors. Richter am Verwaltungsgericht Karlsruhe, in der Zeitung Agrarrecht (1/92) u.a. aus:

„Die Auseinandersetzungen über die Ausbildung und Prüfung brauchbarer Jagdhunde hinter der lebenden Ente treiben gegenwärtig ihrem Höhepunkt entgegen. Was jahrzehntelang unangefochten und gerichtlich bestätigt praktiziert wurde und dem deutschen Jagdgebrauchshundewesen sein weltweit anerkanntes hohes Ansehen mitbegründet hat, wird in jüngster Zeit von verschiedener Seite in Frage gestellt, ohne dass – gleichwertige! – Alternativen aufgezeigt werden. Dabei wird häufig übersehen, dass die bisherige Ausbildung und Prüfung der Jagdhunde nicht um ihrer selbst willen erfolgen, sondern allein einem weiteren – höheren – Ziele dienen, nämlich dem künftigen sicheren Auffinden verletzter Enten und damit der raschen Beendigung von deren Leiden....“

Der „Pfälzische“ wähnte sich zunächst auf der sicheren Seite, v.a. weil immer mal wieder der zuständige Kreisveterinär bei den Prüfungen anwesend war, ohne je etwas am Prüfungsgeschehen zu beanstanden. Als aber dann durchsickerte, dass auch in den zuständigen Ministerien in Rheinland-Pfalz Verbotsüberlegungen angestellt werden, wurde der „Pfälzische“ vorsorglich aktiv. Zur HZP/VGP 1991 luden wir als Beobachter den zuständigen Veterinär des Ministeriums für Umwelt und Forsten ein, er fand tierschutzrechtlich ebenfalls nichts zu beanstanden. Die Fraktionen im Landtag wurden im gleichen Jahr über die Problematik informiert und gebeten, uns die Möglichkeit zu belassen, diese wichtige Prüfungsarbeit fortführen zu können. Es war vergeblich: Im August 1992 teilte der Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten „im Einvernehmen mit dem Minister für Umwelt“ den Jagdbehörden im Lande mit, dass „die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden hinter der lebenden, flugunfähig gemachten Ente mit dem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren sei“ und bat „um weitere Veranlassung“.

Die „weitere Veranlassung“ seitens der Jagdbehörden blieb zunächst aus, sodass die Prüfungen weiterhin „m.l.E“ durchgeführt werden konnten. 1994 gab es dann aber förmliche Verbote in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Nordrhein-Westfalen und neue Aktivitäten in Rheinland-Pfalz. Der Ausschuss für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten im Landtag wollte sich vor Ort kundig machen, bekam aber keine Reisegenehmigung; die SPD-Landtagsfraktion teilte im März 1994 mit, dass ein Verbotsbeschluss vorläufig nicht durchgesetzt werde, im August folgte aber trotzdem eine Weisung des Ministeriums, diesmal über die Bezirksregierungen an die Kreisverwaltungen, wonach das Prüfungsfach „Wasserarbeit hinter der flugunfähig gemachten lebenden Ente“ zu untersagen sei.

Die Kreisverwaltung Germersheim verbot daraufhin dieses Prüfungsfach bei unseren Herbstprüfungen (HZP/VGP) 1994. Wir legten Widerspruch ein, das Verwaltungsgericht Neustadt hob in einem Eilbeschluss die Verfügung der Kreisverwaltung auf, die Prüfungen wurden daraufhin „m.l.E“ durchgeführt. Das Oberverwaltungsgericht Koblenz wiederum kassierte anschließend den Beschluss des Verwaltungsgerichtes Neustadt, entschied aber gleichwohl nicht in der „Hauptsache“, da die Prüfungen ja mittlerweile vorbei waren. Bis 1998 liefen dann ohne förmliches Verbot alle Prüfungen „m.l.E.“.

Erst 1999 wurde die Kreisverwaltung Germersheim mit einem neuen Veterinär wieder aktiv und verbot bei den Herbstprüfungen die Wasserarbeit hinter der lebenden Ente, worauf wir wiederum Widerspruch einlegten. Der Landesjagdverband und der Jagdgebrauchshundverband sagten zu dem anstehenden Rechtsstreit ihre finanzielle und ideelle Unterstützung zu. Das Verwaltungsgericht Neustadt schloss sich erneut voll unserer Argumentation an. In einem 28 Seiten langen, uns sehr ausgewogen erscheinenden Urteil mit hervorragender Darstellung der Tierschutzproblematik wurde festgestellt, dass das Verbot der Kreisverwaltung rechtswidrig gewesen sei. Die Kreisverwaltung ging daraufhin in Berufung und das Oberverwaltungsgericht Koblenz hob im März 2001das Urteil des Verwaltungsgerichtes auf und wies in einem vielfach angreifbaren Urteil unsere Klage gegen das Verbot des Kreises ab. Revision wurde nicht zugelassen. Deshalb kann seit 1999 in Rheinland-Pfalz das Fach „Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer“ nicht mehr geprüft werden.


XII. Dank an die Inhaber der Übungs- und Prüfungsreviere

Noch etwas ist aus den 80-er und 90-er Jahren erwähnenswert: Die sogenannten „Hundejagden“. Das ist eigentlich nicht der richtige Begriff. Wir verstehen hier darunter die Gesellschaftsjagden, die seit Mitte der 80-er Jahre in den wildreichen Revieren der früheren Forstämter Elmstein-Süd, Hinterweidenthal-West, Lambrecht sowie Merzalben ausgerichtet werden konnten und zu denen nennenswerte Kontingente von Revierinhabern eingeladen wurden, die ihre Niederwildreviere alljährlich für die Übungstage und Prüfungen unseres Vereins zur Verfügung gestellt haben. Der Verein bzw. dessen „Revierbeschaffer“ (Karl-Heinz Freising und Fritz Mattern für VJP, Markus Grehl für HZP und VGP) hatten – nicht zuletzt aufgrund dieser Jagden - bisher keine nennenswerten Schwierigkeiten, geeignete Prüfungsreviere zu bekommen. Nach der Ruhestandsversetzung der drei „alten“ Forstamtsleiter Alfred Graf Zedtwitz, Uwe Tabel und Klaus Albert konnte diese Tradition bisher in den heutigen Forstämtern Johanniskreuz und Hinterweidenthal unter den Leitern Burkhart Steckel und Michael Grünfelder (je einmal auch im Forstamt Westrich – Forstamtsleiter Theodor Ringeisen und im Forstamt Wasgau – Forstamtsleiter Hubertus Bark) fortgeführt werden. An dieser Stelle: ein besonderer Waidmannsdank an alle beteiligten Beamten der Forstämter! Nach wie vor gilt aber der größte Dank den großzügigen Inhabern der Feldreviere, die unseren Mitgliedern die Vorbereitung ihrer Hunde und dem Verein die Durchführung seiner Prüfungen ermöglicht haben.


XIII. Solidargemeinschaft für bei Bewegungsjagden verletzte Hunde

Vom Forstamt Elmstein mit seinem damaligen Leiter Uwe Tabel ging noch eine – auch für unseren Verein - segensreiche Entwicklung aus: Die Schwarzwildbestände im Pfälzerwald hatten in den 90-er Jahren vorher hier nie gekannte Höhen erreicht; es war notwendig geworden, die Jagdstrategien dieser neuen Situation anzupassen. Großräumige Bewegungsjagden wurden eingeführt, die teuren und auf den großen Flächen nicht sehr effizienten Treiberwehren alter Art abgeschafft. Dafür wurden zahlreiche Hundeführer mit Jagdhunden aller für den Einsatz am wehrhaften Schwarzwild brauchbaren Rassen herangezogen und eingesetzt. Es gab in der Folge beachtliche Strecken, aber auch angeschlagene oder tödlich verletzte Hunde. Die Schäden hatten bis dato die Hundeführer zu tragen, soweit es sich nicht um die Diensthunde der Forstbeamten handelte. Um die Lasten besser zu verteilen, richtete man mit Wirkung vom 12.1.2000 eine sog. „Solidargemeinschaft für Jagdhunde“ ein. Von den „Nichthundeführern“ wurde seither zu Beginn jeder Gesellschaftsjagd eine „Spende“ eingesammelt, aus der dann Tierarztkosten oder Entschädigungen für verlorengegangene Hunde bezahlt werden konnten. Drei aus den Reihen der regelmäßigen Jagdgäste des Forstamtes gewählte Vertrauensleute wachten über die gerechte Verwendung des Geldes. Die Statuten dieser Solidargemeinschaft enthielten einen Passus, der im Jahr 2000 unbedeutend erschien: „Sollte die Solidargemeinschaft aufgelöst werden, so wird das eventuelle Guthaben dem Pfälzischen Jagdgebrauchshundverein gespendet“. Niemand dachte damals an die Auflösung. 2003 wurde dann aber anlässlich einer Organisationsreform der Forstverwaltung das Forstamt Elmstein und mit ihm die Solidargemeinschaft aufgelöst; das nicht unbeachtliche Restguthaben fiel an den „Pfälzischen“, von dem es dankbar aufgenommen wurde und seither dazu beiträgt, das Hundewesen in der Pfalz insgesamt zu stärken.


XIV. Epilog

Die Vereinsleitung kehrte 2003 mit Klaus Lerch wieder an den Gründungsort zurück. Er ist zusammen mit Stefan Weschler Pächter in dem niederwildreichen Revier im Süden von Speyer, das bereits sein Vater von Fritz Völker (Schriftführer 1911 bis 1925) übernommen hatte. Gastfreundlich laden die beiden Pächter regelmäßig zu Enten- und anderen Niederwildjagden ein, bei denen die Hunde immer wieder ihr Können in schwierigem Wasser und dornenreichem Gelände zeigen können. Daneben organisiert Klaus Lerch – mit Hartmut Laudien - in seinem und den benachbarten Revieren gut besuchte Vorbereitungskurse zu VJP und HZP.

Mit der neuen Mannschaft ist der „Pfälzische“ für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

Schließen wir mit dem Schlusswort von Erich Ehrgott aus der Festschrift 1983:

„Ich wünsche, dass beim Pfälzischen JGV weiterhin Jagdgebrauchshunde auf Verbandsprüfungen laufen, junge Führer und Abrichter angeleitet sowie Richter aus- und fortgebildet werden. Dabei ist auch an die Verantwortlichkeit und Ehrlichkeit der Züchter und Führer zu appellieren, getreu dem Wahlspruch Hegewalds zu handeln: »Qualität, nicht Quantität«. Dann wird der Erfolg nicht ausbleiben. Die Verwirklichung dieses Zieles bleibt weiterhin eine große Aufgabe.“